Ich wähle jetzt mal bewusst genau den gleichen Titel, den die 5 Videos tragen, die macwoern mir in seinem Kommentar zu meinem früheren Beitrag gepostet hat (Vielen Dank dafür!). Das und die Tatsache, dass ich gestern drei weitere Rohlinge aus derselben Spindel von damals aussortieren musste (Ich kauf nie mehr was von Fuji, das weiß ich jetzt schon), haben mich - ehrlich gestanden - etwas deprimiert …
Ich weiß, dass mich dieser rasante technische Fortschritt schon früher nicht unbedingt glücklich gemacht hat, von wegen man muss ja alle paar Jahre ein neues Gerät kaufen, um am Stand der Dinge zu bleiben, aber jetzt nach Ansehen der Dokumentation würde ich am liebsten den ganzen “neumodischen” Kram wegwerfen … Die Frage stellt sich wirklich ernsthaft, ob denn unsere Kinder und Enkel eines Tages noch in der Lage sein werden, beispielsweise die Videos ihrer Jugend ansehen zu können? Wenn es in dem Tempo weitergeht, kann man wenigstens alle 5 Jahre seine Daten wieder auf ein neueres Speichermedium migrieren, um zu gewährleisten, dass die Daten erhalten bleiben.
Im Kleinen mag das ja kein Problem sein, aber es kündigt sich an, dass auf diese Weise wirklich auch ein Teil unseres Lebens und unserer Kultur verschwinden wird. Heute sind wir in der Lage, Bücher aus dem Mittelalter zu lesen und daraus etwas zu lernen, wie die Menschen damals lebten - aber werden auch die Menschen noch in 1000 Jahren etwas über unsere Kultur wissen? Bis dahin sind wohl längst alle Speichermedien und Lesegeräte unserer Zeit verschwunden oder unbrauchbar geworden …
Und das Problematisch an diesem Fortschrittszwang ist die Tatsache, dass man sich ihm nicht mal verweigern kann - entweder laufen moderne Programme nicht mehr auf alten Computern oder es lassen sich alte Programme nicht mehr auf neueren Computern installieren. Ist es denn wirklich notwendig, dass wir immer das Neueste vom Neuen haben müssen? Ich finde nicht! Im Gegenteil, der Datenhunger neuer Software führt permanent dazu, dass immer größere Speichermedion angeschafft werden müssen, damit diese Programme überhaupt installiert werden können …
Offensichtlich bin ich mit dieser Meinung aber nicht alleine, denn unter www.oldversion.com kann man sich tatsächlich ältere Versionen verschiedener Softwareprodukte herunterladen
.
So, und jetzt am Ende möchte ich noch etwas sagen, um ein eventuell entstandenes Missverständnis aus dem Weg zu räumen: Ich bin nicht gegen den Fortschritt! Absolut nicht! Ich finde nur, dass die Entwicklung desselben langsamer vonstatten gehen sollte … Und dass damit zum Beispiel dieser Unsinn, alle sechs Monate neue Geräte (beispielsweise Fotokameras oder Handys) auf den Markt zu werfen, aufhören sollte.










3 Kommentare
So ganz unrecht hast Du ja nicht!
Allerdings sollte man, bei Brennern etc, darauf achten auch mal die Firmware zu aktualisieren. Manche CD/DVD´s werden erst nach einem Update der Rohlingsdaten zuverlässig vom Brenner behandelt.
Im Privaten ist es durchaus richtig, dass man das Medium sorgfältig wählen sollte, mit dem man Daten etc. archivieren will.
Beim Internet brauchst Du Dir da keine Sorgen machen. Es gibt (mind.) zwei Orte, an denen das ganze Internet der letzten drei Jahrzehnte lagert. Tief im Inneren der Erde. Einmal durch die USA und dann auch durch Deutschland. Diese Daten (alles was jemals als Website und ähnliches im Netz gelandet ist) werden dort für Jahrhunderte gelagert! http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive
Im Privaten gilt: Immer zwei Sicherungen durchführen. Einmal auf externe Platten und (möglichst) auf DVD!
Zum Thema Daten speichern kam heute bei nano ein interessanter Beitrag.
http://www.3sat.de/nano/cstuecke/119004/index.html
Hallo Ascari,
das ist ja ein großes Problem aller neuen Medien, wenn man bedenkt, dass selbst die Speicherchips der alten Spielautomaten nach 30 Jahren dem digitalen Vergessen anheimfallen und verwittern. PacMan stirbt…
Die Datenbestände der großen Filmarchive sind ebenfalls, trotz kontrollierter Umgebungsbedingungen, vom Zerfall bedroht und hier ist regelmäßiges Kopieren keine Option. Jeder, der mal die Kopie einer Kopie einer Kopie einer Kassette angesehen/gehört hat, kennt das Problem.
Keiner der geläufigen Datenträger ist so langlebig wie etwa der Stein von Rosette oder ähnliches.
Ich muss nur an meine alten Photos aus den 80er Jahren denken, da hat man versucht die Entwicklungszeit zu verkürzen und dies mit dem Ergebnis, dass die Bilder im Laufe der Jahre einen starken Rotstich bekommen haben. Von den Negativen, soweit es sie noch gibt, möchte ich gar nicht reden, diese haben einen hübsch schwarzen Farbton angenommen…
Zum Thema gibt es ein paar interessante Links.
Die Long Now Foundation beschäftigt sich beispielsweise mit dem Erhalt unseres heutigen Wissens für zukünftige Generationen. http://www.longnow.org
Ein Ableger davon ist das Rosettaprojekt welches dem Erhalt von Sprachen dient. http://www.rosettaproject.org
Viel spaß beim Stöbern!
Ise