Tatort: Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit. Das Wetter ist mies, der Nebel hängt tief und undurchdringlich, es hat -3 Grad und mir ist nicht nach einer Viertelstunde durchs Freie gehen …
Die Tram kommt pünktlich und ist nicht mal überfüllt, da die meisten Morgenpendler schon weg sind. Ich stelle mich in Eck und denke so über den beginnenden Arbeitstag nach, als mir ein Gedanke durch den Kopf geht. Ich lasse meine Blicke durch die Straßenbahn schweifen. Ein weiteres Mal, nachdem ich umgestiegen bin.
Vor mir sitzt ein älterer Mann mit einem Hund, einer Art Dackel, auf dem Schoß, dem er irgendwelche Melodien ins Ohr brummt. Der Hund gähnt, dann schleckt er seinem Besitzer die Hand ab. Gegenüber sitzt ein junger Mann mit Kopfhöhrern über den Ohren, hinter ihm eine Frau, die in einer akzeptablen Lautstärke telefoniert.
Hinter mir mault eine Frau eine andere an, dass das ihr Sitzplatz war, sie hat ja schon das Sackerl mit Milch und Obst hingelegt. Die andere steht wieder auf und sucht sich einen Platz weiter vorne (Der Wagen war bei weitem nicht voll).
Das ist der Zeitpunkt, wo ich aussteigen muss, denn ich habe mein Ziel erreicht. Und ich denke mir meinen vorher begonnenen Gedanken zu Ende, nämlich dass der öffentliche Verkehr ein Abbild der großen Welt drumherum ist. Leute jeden Alters mit unterschiedlichen Zielen, Vorstellungen und Ansichten teilen für eine bestimmte Zeit einen Raum miteinander, nur um ihn dann wieder zu verlassen … Manchmal unterhalten sie sich dabei, manchmal nicht … Ist das nicht auch im richtigen Leben so?










3 Kommentare
Ich beobachte auch sehr gerne die Menschen um mich herum. Den Fahrer hinter und neben mir an der roten Ampel, die geschäftigen Menschen auf der Straße, … sie alle gehen tagtäglich ihren Weg, erledigen ihre Aufgaben, ärgern sich bestimmt genauso wie ich. Woran mögen sie denken? Welche Sorgen haben sie? Und während ich darüber nachdenke, fällt mir ein, dass bestimmt auch andere solche Fragen stellen, wenn sie mich sehen.
eben gefunden: Die “Christkindl-Tram”! http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/537/146199/
Das ist ja mal eine nette Idee! Sowas sollten wir in Graz auch einführen …